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Wasserschaden – Wer zahlt die Renovierung?

Ein Wasserschaden ist eine kostspielige Angelegenheit. Immerhin muss zunächst eine Trocknung erfolgen. Im Anschluss erfolgt die Renovierung und eine eventuelle Neueinrichtung der Wohnung.

Zusammen werden schnell mehrere tausend Euro fällig. Deshalb ist es wichtig zu wissen, welche Kosten von wem getragen werden. In den meisten Fällen übernimmt dies nämlich die Gebäudeversicherung, falls der Eigentümer vorab eine solche abgeschlossen hat. Jedoch gibt es bei dieser Regelung auch Einschränkungen. Der Eigentümer und seine Versicherung müssen somit nicht alle anfallenden Kosten tragen.

Dem Vermieter Bescheid geben

Als erstes muss der betroffene Mieter den Wasserschaden an seinen Vermieter weitergeben. Natürlich muss die jeweilige Quelle, aus welcher das Wasser austritt zuvor verschlossen werden. Beispielsweise könnte es sich dabei um eine defekte Waschmaschine handeln.

Der Vermieter informiert daraufhin einen Handwerker. Der Mieter sollte diesen Schritt nicht selbst durchführen, denn dadurch entsteht häufig ein Konflikt. Unproblematischer ist es hingegen, den Vermieter die Auswahl des passenden Handwerkers treffen zu lassen. Eine Benachrichtigung an den Hausmeister oder die Hausverwaltung ist ebenfalls sinnvoll. Außerdem sollte der Mieter sofort Bilder von dem Schaden machen, um diesen für die Versicherung zu dokumentieren.

Wer kommt für den Schaden auf?

Um diese Frage zu klären, ist zunächst entscheidend wo genau das Wasser herkommt. Tritt es beispielsweise aus der Wohnung des Nachbars aus, wird er oder seine Versicherung für den Schaden aufkommen müssen.

Wird der Schaden von dem Mieter selbst verursacht, muss er auch selbst dafür aufkommen. Alternativ bezahlt seine Hausratsversicherung die Kosten. Allerdings können Einzelfälle in dem Versicherungsvertrag ausgeschlossen worden sein. Dieser muss bei Abschluss sorgfältig geprüft werden. Bei großer Fahrlässigkeit wird der Schaden jedoch nicht übernommen werden.

Wann sind Mietminderungen gerechtfertigt?

Nachdem die Ursache des Wasseraustritts gefunden wurde, geht es an die Schadensbeseitigung. Dafür werden Trocknungs- und Lüftungsgeräte aufgestellt. Die nassen Wände und Fussböden können dadurch getrocknet werden.

Diese Prozedur dauert allerdings mehrere Tage an. Teilweise ist die Wohnung dann auch nicht bewohnbar. Immerhin sind die Geräte groß und sehr laut. Ob eine Mietminderung allerdings gerechtfertigt ist, muss eine genaue Betrachtung des Einzelfalls erfolgen.

Nur wenn den Mieter keine Schuld an dem Wasserschaden trifft ist diese gerechtfertigt. Außerdem sollten beide Parteien bei der Mietminderung kompromissbereit sein. Dem Vermieter einen festen Prozentsatz oder einen Festbetrag und die angestrebte Dauer vorzuschlagen, ist jedoch sicherlich der erste Schritt.

Stromanbieter informieren

Häufig wissen die Mieter nicht, dass es bei einem solchen Vorfall sinnvoll ist den Stromanbieter zu informieren. Das liegt daran, dass die Trocknungsgeräte viel Strom verbrauchen. Ein einzelnes kann wöchentlich mehr als 100 Euro Stromkosten verursachen. Der Stromanbieter wird die Berechnungsgrundlage für die nächsten Monate dementsprechend anpassen.

Die Gesamtmiete steigt spürbar an. Diese zusätzliche finanzielle Belastung kann umgangen werden, indem dem Stromanbietr eine schriftliche Bestätigung des Vermieters geschickt wird, in welchem dieser den Vorfall bestätigt.

Die Renovierungen

Nach der Trocknung folgt die Renovierung. Dazu gehört häufig das Verputzen und Tapezieren, Streichen und Fußboden verlegen. Der Verantwortliche übernimmt auch dafür die Kosten. Handelt es sich dabei um den Vermieter, ist es nicht gestattet die anfallenden Kosten auf die Miete umzulegen. Eine punktuelle Renovierung ist ebenfalls unzulässig, die Wohnung muss nach dem Abschluss den vorherigen Zustand wieder vollständig erreicht haben.


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