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Wie funktioniert die Estrichtrocknung und was sollte ich wissen?

Bei der Estrichtrocknung kann einiges schiefgehen, wenn sie nicht fachgerecht durchgeführt wird. Es könnten sich zum Beispiel Risse bilden. In den Rissen kann sich Feuchtigkeit sammeln, die die Rissbildung wiederum verstärken kann, sodass der Estrichboden bricht.

Estrich trocknen

Estrich trocknen

Wie lange muss der Estrich trocknen?

Wenn ein neues Haus gebaut wird oder ein neuer Fußboden verlegt werden muss, wird für gewöhnlich meist Estrich verwendet. Ein Estrichboden ist schnell verlegt, allerdings ist dieser von Natur aus sehr feucht und muss gut durchtrocknen.

 

Der Boden ist, wenn er fachgerecht verlegt wird, schnell fertig. Allerdings braucht es seine Zeit, bis er betreten werden darf. Bevor der Boden nicht trocken ist, dürfen keine weiteren Arbeiten, wie zum Beispiel das Legen von Fliesen, erledigt werden. Ohne einen Bautrockner oder Beschleunigungsmittel, kann es einen Monat oder gar noch länger dauern, bis der Estrichboden durchgetrocknet ist. Dies ist unter anderem abhängig von der Jahreszeit, der Dicke und der Art des Estrichs.

 

Betreten verboten!

Nachdem der Estrichboden verlegt wurde, darf er für etwa eine Woche nicht betreten werden. In dieser Zeit sollte man auch auf das Lüften verzichten, selbst wenn die Luftfeuchtigkeit in den Räumlichkeiten sehr hoch ist.

 

Wenn der Raum gelüftet wird, ist es möglich, dass der Boden zu schnell und ungleichmäßig trocknet. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass sich eine sogenannte Randaufschüsselung bildet. Das heißt, durch die ungleichmäßige Trocknung des Estrichs kommt es zu Höhenunterschieden, die sich später als großes Problem herausstellen würden. Durch die Höhenunterschiede kann die Bildung von Rissen begünstigt werden.

 

Es darf also zu keinem Zeitpunkt Zugluft herrschen. Nach der ersten Ruhephase, sollte der Raum lediglich stoßweise gelüftet werden. Das heißt, die Fenster werden komplett für 5 bis 15 Minuten geöffnet, wobei ein Durchzug zu vermeiden ist.

 

Feuchtigkeit im Boden messen

Um die Feuchtigkeit im Estrichboden messen zu können, werden spezielle CM-Messgeräte verwendet. Nachdem die Feuchtigkeit ermittelt wurde, können die nächsten Bauschritte geplant werden.

 

Sollte der Boden noch zu feucht sein, lässt sich die Trockenzeit durch den Einsatz eines Bautrockners beschleunigen. Dieser sollte jedoch nur unter Aufsicht einer Baufirma oder eines Experten eingesetzt werden.

 

Der Bautrockner entzieht der Luft die Feuchtigkeit. Wenn die Luftfeuchtigkeit niedriger ist, fällt es dem Estrich leichter, die Feuchtigkeit an die Luft abzugeben, wodurch er schneller trocknet und die Trockenzeit deutlich verkürzt wird. Im Baugeschäft ist Zeit Geld. Damit die nächsten Bauschritte schneller ausgeführt werden können, macht es also durchaus Sinn, einen Bautrockner einzusetzen.

Luftfeuchtigkeit bei Estrichtrocknung

Wie schnell oder langsam der Estrichboden trocknet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, unter anderem von der Luftfeuchtigkeit, der Dicke des Bodens und der Temperatur.

 

Je höher die Luftfeuchtigkeit ist, desto länger braucht der Boden zum Trocknen. Für Estricharten mit einer Dicke von 40 mm gilt als Faustregel, dass man pro Zentimeter Estrichdicke eine Woche Trockenzeit rechnen sollte. Bei einem 4 cm dickem Boden, entspräche das 4 Wochen. Allerdings muss man auch die Luftfeuchtigkeit berücksichtigen.

 

Bei größeren Schichtdicken erhöht sich die Trockenzeit. Bei einem 6 cm dickem Boden rechnet man 4 Wochen. Die Trockenzeit für die weiteren 2 cm wird im Quadrat berechnet. Das heißt 2 x 2 = 4. Das bedeutet, dass noch weitere 4 Wochen Trockenzeit hinzugerechnet werden müssen. Diese Werte stimmen jedoch nur, wenn eine Temperatur von 23 °C, bei einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent vorherrscht.

 

Bei einer Luftfeuchtigkeit von 75 Prozent trocknet der Estrich entweder gar nicht oder extrem langsam. Bei einer Schichtdicke von 6 cm und einer so hohen Luftfeuchtigkeit muss man mindestens zehn bis zwölf Wochen Trockenzeit einplanen. Mit Hilfe eines Bautrockners lässt sich der Trockenprozess beschleunigen, indem die Luftfeuchtigkeit gesenkt wird. Dennoch sollte die Restfeuchte im Estrich vor den weiteren Baumaßnahmen oder Verlegearbeiten mit einem CM Gerät geprüft werden.

 

Estrichtrocknung im Sommer

Viele Bauherren glauben, dass der Estrich im Sommer, bei Temperaturen von mehr als 20 °C schneller trocknet. Das sogenannte Querlüften kann die Estrichtrocknung unterstützen, allerdings nur, wenn die Außentemperaturen stimmen und die richtigen Bedingungen in den Räumlichkeiten geschaffen sind.

 

Im Sommer trocknet der Estrich häufig sehr langsam. Aber woran liegt das? Obwohl man ausreichend lüftet, will der Estrich einfach nicht schneller trocknen. Dies liegt an der höheren Luftfeuchtigkeit, die im Sommer vorherrscht. Warme Luft kann zudem kaum Feuchtigkeit aufnehmen, da sie selbst viel Wasserdampf enthält. Die feuchte Luft steht also sozusagen in den Räumen und kann die Feuchtigkeit aus dem Estrichboden nur noch begrenzt oder gar nicht mehr aufnehmen.

 

In Kellerräumen wird die Estrichtrocknung zusätzlich erschwert. Bei Temperaturen zwischen 10 und 15 °C bildet sich durch die warme und feuchte Sommerluft an kalten Wänden Tauwasser. Dadurch erhöht sich die Gefahr, dass sich Schimmel bildet. Unter, für ihn guten Bedingungen, beginnt der Schimmel bereits in einem Zeitraum von 10 Tagen zu wachsen. Es macht also auch im Sommer Sinn, einen Bautrockner zu verwenden.

 

Estrichtrocknung im Winter

Im Winter verhält es sich mit der Estrichtrocknung ähnlich wie im Sommer. In der kalten Jahreszeit herrscht ebenfalls durch das kalte und meistens regnerische Wetter eine hohe Luftfeuchtigkeit vor. Zudem lassen sich bestimmte Baustoffe nur bei Plusgraden verarbeiten. Im Winter ist es also kaum möglich, auf einen Bautrockner zu verzichten.

 

Im Winter sollte die Temperatur nicht weniger als 5 °C betragen, damit der Estrichboden keinen Schaden nimmt. Zudem ist sicherzustellen, dass der Boden vor Zugluft geschützt ist.

 

Estrichtrocknungsverfahren

Für die Trocknung von Estrichböden bieten sich verschiedene Estrichtrocknungsverfahren an wie zum Beispiel:

 

  • Estrichtrocknung mit Wärmepumpe
  • Estrichtrocknung mit Bautrockner
  • Estrichtrocknung mit Fußbodenheizung
  • Estrichtrocknung mit Saugverfahren
  • Estrichtrocknung mit Vakuumverfahren
  • Estrichtrocknung Unterdruckverfahren

 

Im folgendem wollen wir uns diese Trocknungsverfahren einmal etwas genauer ansehen.

 

Estrichtrocknung mit einer Wärmepumpe

Der Estrichboden lässt sich mit Hilfe einer Wärmepumpe trocknen. Die Wärmepumpe ist an den Wärmebedarf des Gebäudes angepasst. Während der Estrichtrocknung ist der Wärmebedarf deutlich erhöht. Aus diesem Grund wird eine zusätzliche externe Wärmequelle wie zum Beispiel ein Elektroheizstab benötigt, um Schäden an der Wärmepumpe zu vermeiden.

 

Durch Regen, Mörtel, Putz, Estrich und ähnliche, fallen, insbesondere in Neubauten, große Mengen an Feuchtigkeit an, die nur schwer aus dem Gebäude entweichen können, wenn die richtigen Bedingungen nicht gegeben sind. Die Restfeuchte würde ohne eine Wärmepumpe dementsprechend länger im Boden verbleiben oder deutlich erhöht sein, sodass der Boden noch länger braucht, um zu trocknen.

 

Estrichtrocknung mit Bautrockner

Dies ist wohl das gängigste und unkomplizierteste Estrichtrocknungsverfahren. Die Feuchtigkeit aus Wänden und Böden wird an die Umgebungsluft abgegeben. Wenn sie nicht schnell genug entweichen kann, entsteht Kondensflüssigkeit, die wieder in die Wände und den Boden eindringt. Ein Bautrockner entzieht der Umgebungsluft die Feuchtigkeit. So können Wände und Böden die Feuchtigkeit ungehindert an die Umgebungsluft abgeben und schneller trocknen.

 

Bei den Bautrocknern muss zwischen dem Kondensationstrockner und dem Adsorptionstrockner unterschieden werden. Häufiger kommt der Kondensationstrockner zum Einsatz. Dieser führt die feuchte Umgebungsluft mit Hilfe eines Lüfters an Kühllamellen oder Kühlrippen vorbei. Dabei entsteht Kondenswasser, das in einem Behälter aufgefangen wird. So ist jederzeit ersichtlich, wie viel Feuchtigkeit wirklich in den Wänden und Böden enthalten ist. Der Behälter muss regelmäßig entleert werden. Er kann jedoch nicht überlaufen, da sich der Bautrockner abschaltet, wenn der Behälter voll ist. Für größere Immobilien werden statt eines Auffangbehälters für gewöhnlich Ablaufschläuche verwendet.

 

Der Adsorptionstrockner ist effektiv, aber deutlich aufwändiger in der Anwendung und aus diesem Grund auch teurer als der Einsatz eines Kondensationstrockners. Dieser spezielle Bautrockner kommt vor allem bei Minustemperaturen zum Einsatz, da in diesem Fall der Kondensationstrockner nicht angewendet werden kann.

 

Der Adsorptionstrockner beinhaltet ein spezielles Trockenmittel, das der Umgebungsluft die Feuchtigkeit entzieht. Leider benötigt dieser Bautrockner sehr viel Energie und es kann unter Umständen zu einer Übertrocknung kommen. Durch diese können Baustoffe wie Holz zu stark austrocken und beschädigt werden. Dies kann bei einem Kondensationstrockner nicht passieren.

 

Estrichtrocknung mit Fußbodenheizung

Wer sich dazu entschieden hat, eine Fußbodenheizung zu installieren und im Anschluss den Estrich verlegt, muss den Estrich unbedingt mit der Fußbodenheizung aufheizen. Bevor der Estrichboden aufgeheizt werden darf, muss er jedoch drei bis vier Wochen aushärten. Aber warum ist es so wichtig, den Boden aufzuheizen?

 

Bestimmte Stoffe können sich bei Wärme ausdehnen und bei Kälte wieder zusammenziehen. Wie stark dies geschieht, ist abhängig vom sogenannten Ausdehnungskoeffizienten. Estrich dehnt sich ebenfalls bei Wärme aus.

 

Die Fußbodenheizung sollte möglichst im gleichen Abstand verlegt werden, dennoch erwärmt sie den Estrichboden niemals zu 100 Prozent gleichmäßig. Zudem enthält der Estrich für gewöhnlich Sand oder Kies in unterschiedlichen Korngrößen, die sich wiederum unterschiedlich schnell ausdehnen können. Dadurch entstehen im Estrich Spannungen, die zu Rissen führen können. Aus diesem Grund ist es so wichtig, den Estrich langsam aufzuheizen. Nur dann ist gewährleistet, dass sich die unterschiedlichen Materialien im Estrich gleichmäßig ausdehnen können. Die Spannung im Estrichboden erfolgt also gleichmäßig und kann sich auch wieder optimal ausgleichen. Nachdem sich der Boden angepasst hat, kann er später schneller aufgeheizt werden. Durch das langsame Aufheizen kann sich der Boden also an das Ausdehnen und Zusammenziehen gewöhnen.

 

Wie lange muss man den Estrich aufheizen?

Das sogenannte Funktionsheizen nimmt, genauso wie die Trocknung des Estrichs, einige Zeit in Anspruch. Der Prozess dauert für gewöhnlich etwa 14 Tage, kann jedoch je nach Estrichart und eventuellen Zusätzen wie Bindemitteln usw. etwas variieren. Üblich ist jedoch folgendes Vorgehen:

 

  1. Boden auf 25 °C aufheizen
  2. Temperatur von 25 °C halten
  3. Temperatur von 25 °C halten
  4. Temperatur auf 30 °C aufheizen
  5. Temperatur auf 35 °C aufheizen
  6. Temperatur auf 40 °C aufheizen
  7. Temperatur auf 45 °C aufheizen
  8. Temperatur auf 55 °C aufheizen
  9. Temperatur von 55 °C halten
  10. Temperatur von 55 °C halten
  11. Temperatur von 55 °C halten
  12. Temperatur auf 45 °C senken
  13. Temperatur auf 35 °C senken
  14. Temperatur auf 25 °C senken

 

Beim Aufheizen des Estrichs ist es wichtig, gut zu lüften. Nach den ersten 3 Wochen der Trocknungszeit entweicht die überschüssige Flüssigkeit jedoch zum größten Teil aus dem Boden, die sogenannte Belegreife ist dann jedoch noch nicht erreicht. Bis diese erreicht ist, können noch einige Tage oder gar Wochen vergehen. Die Belegreife lässt sich mit Hilfe eines Restfeuchtemessgerätes überprüfen.

 

Estrichtrocknung mit Saugverfahren/Unterdruckverfahren/Vakuumverfahren

Das Saugverfahren, das auch als Unterdruck- oder Vakuumverfahren bezeichnet wird, ist eine der bekanntesten Dämmschichttrocknungsverfahren. Dabei wird die Luft aus der Dämmschicht abgesaugt, sodass die Raumluft durch die geöffneten Dehnfugen eintreten kann. Dies hat Vorteile, aber auch Nachteile.

 

Als Vorteil ist unter anderem der einfache Aufbau zu nennen. Die aus dem Boden abgesaugte Luft lässt sich leicht filtern oder nach außen ableiten. Zudem besteht kaum eine Gefahr, dass die Raumluft mit Keimen belastet wird.

 

Leider kann der Estrichboden durch dieses Verfahren, Schaden nehmen, vor allem, wenn das Saugverfahren nicht fachgerecht durchgeführt wird. Um das Unterdruckverfahren durchführen zu können, muss mindestens alle 5m² eine Bohrung in den Estrichboden gemacht werden.

 

Im Estrich wird dann ein Unterdruck erzeugt. Dies hat zur Folge, dass der Estrich auf die Dämmung gesogen wird, wodurch es der Luft nicht mehr möglich ist, richtig zu zirkulieren.

 

Die Raumluft wird entweder durch die Entlastungsöffnungen oder den Randdämmstreifen gesaugt. Für gewöhnlich hat die Raumluft meistens 25 bis 30 °C. Die Luft ist also sehr warm und kann dadurch nur eine geringe Menge an Feuchtigkeit aufnehmen.

 

Kann man die Estrichtrocknung beschleunigen?

Ja, das ist möglich. Dies gelingt unter anderem mit den bereits vorgestellten Estrichtrocknungsverfahren. Darüber hinaus sind im Handel spezielle chemische Hilfsmittel, sogenannte Beschleuniger, erhältlich. Diese werden unter den Estrich gemischt und sollen die Estrichtrocknung beschleunigen. Heizwärme kann der Umgebungsluft die Feuchtigkeit entziehen und die Estrichtrocknung ebenfalls beschleunigen.

 

Beschleuniger verstärken die chemischen Reaktionen im Estrich, wodurch sich die Trockenzeit verkürzen lässt. Allerdings muss man für diesen Zweck bei einigen Beschleunigern die Räume aufheizen. Estrich darf nicht zu schnell trocknen, da er sonst zur Rissbildung neigt. Mit dem Heizen sollte man also erst frühestens nach drei Wochen beginnen, um die chemischen Prozesse im Estrich nicht an ihrer Arbeit zu hindern.

 

Zur schnelleren Trocknung des Estrichbodens empfiehlt sich außerdem der Einsatz eines Bautrockners.

 

Was kostet die Estrichtrocknung?

Wie teuer die Estrichtrocknung ist, ist vom ausführenden Unternehmen und von verschiedenen anderen Faktoren wie zum Beispiel von den Energiekosten abhängig.

 

In größeren Immobilien werden heutzutage überwiegend Flächenheizsysteme installiert. In diesem Fall muss der Boden nach den Vorgaben der DIN EN 1264-4 aufgeheizt werden. Der Aufwand ist an dem Beispiel mit der Fußbodenheizung erkennbar. Bei diesem Trocknungsverfahren wird nicht nur Strom, sondern auch Gas und Wasser benötigt. Die Heizwärme muss zudem konstante Vorlauftemperaturen ermöglichen. Dies ist mit Hilfe des vorhandenen Heizkessels meistens nicht möglich. Insbesondere dann nicht, wenn es sich um eine Wärmepumpenheizung oder ein Heizsystem für ein Niedrigenergiegebäude handelt. Es ist also in den meisten Fällen zusätzlich eine weitere Wärmequelle für den Aufheizvorgang erforderlich.

 

Wie viel Energie benötigt wird, ist von folgenden Faktoren abhängig:

 

  • Art des Estrichs
  • Estrichdicke
  • Estrichfläche in Quadratmetern
  • Temperatur
  • Luftfeuchtigkeit
  • Luftgeschwindigkeit

 

Der Energiebedarf kann zwischen 30 kWh/m² und 50 kWh/m² variieren.

 

Worauf muss man bei der Estrichtrocknung achten?

Es gibt verschiedene Estrichsorten wie Zementestrich, Fließestrich, Trockenestrich und Heizestrich. Die Estricharten trocknen jedoch ziemlich ähnlich. Frisch verlegte Estrichböden oder durch Feuchtigkeit bei Wasserschäden, sollten unter der Aufsicht eines Unternehmens trocknen. Wenn man kein Unternehmen damit beauftragen möchte, kann man jedoch auch Bautrockner ausleihen und im Anschluss die Trocknung von einem Fachmann beurteilen lassen. Bevor weitere Bauabläufe stattfinden können, muss der Estrich gut durchgetrocknet sein, damit er nicht beschädigt wird.

 

Estrich lässt sich mit Hilfe eines Kondensators oder eines Adsorptionsmittels schneller trocknen. Der Kondensator entzieht der Umgebungsluft die Feuchtigkeit, wodurch der Estrich schneller trocknen kann. Beim Adsorptionsmittel handelt es sich um ein Granulat. Dieses wird direkt auf den Boden gestreut und nimmt die Feuchtigkeit auf.

 

Bevor die Räumlichkeiten, in denen der Estrichboden verlegt wurde, sollte mindestens einen Tag lang mit dem Lüften gewartet werden. So wird es für den Estrich leichter, sich zu binden und am Untergrund zu haften. Nach 24 Stunden kann dann das Fenster zum Stoßlüften geöffnet werden. Sicherer ist es jedoch, erst nach zwei Tagen mit dem Lüften zu beginnen.

 

Bei der Estrichtrocknung spielt die Raumtemperatur eine wichtige Rolle. Bei einer Temperatur zwischen 13 und 30 °C gelingt die Trocknung besser. Im Winter trocknen die Räume schneller, wenn die bereits erwärmte Raumluft regelmäßig durch kalte Frischluft ausgetauscht wird. Wenn ein Kondensationsbautrockner verwendet wird, sollten die Fenster jedoch geschlossen bleiben, damit keine Feuchtigkeit von draußen ins Rauminnere gelangt.

 

Ventilatoren können den Trocknungsvorgang gezielt unterstützen, da sie für eine gleichmäßige Luftzirkulation sorgen und sich die Feuchtigkeit dadurch besser verflüchtigt. Ferner ist es wichtig darauf zu achten, dass der Estrich nicht zu schnell trocknet, da sonst die Gefahr der Rissbildung besteht. Dies gilt vor allem dann, wenn der Estrich zu schnell großer Wärme ausgesetzt wird. Wenn der Estrich mit Wärmequellen getrocknet werden soll, müssen mindestens 3 bis 4 Wochen vergehen und die Wärme langsam gesteigert werden, um eine Rissbildung zu verhindern.

 

Schimmel nach Estrichtrocknung

Schimmel unter dem Estrich ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Häufig fällt der Schimmelbefall erst durch den unangenehmen, modrigen Geruch auf. Wenn der Verdacht auf Schimmel unter dem Estrich besteht, sollte man einen Fachmann zu Rate ziehen. Gutachter können den Schimmelbefall anhand verschiedener Messmethoden feststellen. Gleichzeitig wird auch bestimmt, um welche Schimmelart es sich handelt.

 

Zur Sanierung wird eventuell stehendes Wasser abgepumpt. Der Estrich wird aufgebohrt. Durch die Löcher wird warme Luft in die Hohlräume gepresst, damit sie über die Randdämmstreifen wieder austritt und die Dämmschicht wieder trocknet. Ist die Dämmschicht gänzlich von Schimmel befallen, muss der Estrichboden neu aufgebaut werden.

 

 

 


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